Young Breeders World Championship 2011

Team AustriaDie erste Beteiligung des österreichischen Warmblutstutbuches bei der alle zwei Jahre stattfindenden Weltmeisterschaft der Jungzüchter wurde durch zwei Einzelsiege gekrönt

Das Team Austria mit Hubmann Nina, Strobl  Verena, Winterling Clara und Kutscher Carina alle aus der LWFS Güssing in Burgenland wurden Weltmeister beim Vorbereiten eines Pferde für eine Schau (Best Junior Preparation of Horses for in-hand Presentation). Ganz besonders freut mich aber der Titel „Conformation of mares 1st. Junior“ von Winterling Clara, zusammen mit Scarlet Wiederdink, Jungzüchterin aus den Niederlanden.

 

Im Gesamtranking der Junior-Teams wurde Österreich mit 921 Punkten vorletzte Mannschaft.

 

Das Team Österreich reiste bereits am Mittwoch über Italien nach Pont de Cheruy ins Hotel Bergeron. Am Donnerstag wurde dann die Gegend in Augenschein genommen und auch der Teamoleiter Gerhard Schröcker gesellte sich am Abend zur Gruppe. Die Anmeldung konnte aber erst am Freitag durchgeführt werden.

Nach einer kurzen Begrüßung durch das Französische Team und einem Umtrunk in der Halle wurden die Mannschaften mit Ihren Trainern und Teamleitern im Parc du Cheval in Chazey sur Ain recht herzlich begrüßt.

In der Zwischenzeit wurde die Freispringarena mit Tischen und Bänken für den 1. Bewerb den „Theorie-Test“ versehen. Die Fragen und Antworten waren in Englisch abgefasst, welches die offizielle Sprache während dem Championship war. Dabei wurde darauf geachtet, dass an einem Tisch kein Stutbuch mehr als einmal vertreten war.

Der zweite Bewerb, das Beurteilen des Freispringens wurde im Anschluss durchgeführt. Wieder wurden die einzelnen Teams aufgeteilt, sodass sie sich nicht unter einander beraten konnten. Die ersten beiden von den Richtern beurteilten Pferde wurden entsprechend erläutert, das heißt die Entscheidungen der Richter wurde bekanntgegeben und erläutert. Dann mussten die einzelnen Teilnehmer 5 weiter Pferde, welche in Folge vorgestellt wurden bewerten.

Der letzte Punkt am Freitagabend war die Auswahl der Pferde für die Vorstellung an der Hand. Die Teamleiter jedes Landes mussten die Namen der Pferde ziehen, welche am nächsten Tag durch die einzelnen Teammitglieder vorgestellt wurden. Die Auswahl erfolgte im Beisein aller Teams. Die Auswahl für das Pferd zur „Preparation of Horses for in-hand Presentation“ erfolgte durch die Organisatoren.

Das gemeinsame Abendessen wurde im MC-Drive in Pont-de-Cheruy eingenommen, den die Küche in Parc du Cheval konnte uns nicht überzeugen.

Am Samstag ging es nach einem französischen Frühstück mit Baguette, Croissants, Butter und Marmelade voll Erwartungen zurück zum Veranstaltungsort. Nach der Klärung einiger Doppelbelegungen von Pferden fieberte das österreichische Team auf die Vorbereitung des Pferdes hin. Unser Pferd war für die Beurteilung vorgesehen und wurde deshalb am Morgen bereits eingezopft. Für unser Team hieß es nun in der gleichen Zeit (45 Minuten) die Mähne aufzuzopfen und wieder neu einzuzopfen.

Danach wurden sämtliche von Juniorteams vorbereitete Pferde in den Aussenring zur Beurteilung gebracht. Zur selben Zeit fand für die Senioren die Beurteilung von Stuten statt. Die Ergebnisse der einzelnen Bewerbe wurden aber nicht bekannt gegeben. Gleich anschließend an die Vorbereitung eines Pferdes erfolgte die Beurteilung von Stuten am Großen Außenplatz, auf dem auch die Vorstellung der Pferde erfolgen sollte. Zuerst wurde wieder eine Stute vorgestellt und die Beurteilung der Richter bekanntgegeben und erläutert. Danach wurden die einzelnen Stutbücher wieder aufgeteilt, sodass drei Gruppen entstanden. Jeder Gruppe wurde ein Pferd zur Beurteilung vorgestellt und dann wechselten die Pferde durch alle drei Gruppen. Für das Mittagessen blieb nicht genug Zeit und Muße, denn unser erstes Mädchen Hubmann Nina mit Peitschenführerin Kutscher Carina (für alle drei Teammitglieder) konnten ihr Pferd für die Vorstellung an der Hand eine Viertelstunde vor Start in Empfang nehmen und auf dem Nebenring kennenlernen. Nina konnte den vierjährigen Toubon du Biolay recht gut vorstellen. Die Übernahme des zweiten Pferdes Tchatch de Bellevue, ebenfalls 4 jährig gestaltete sich für Strobl  Verena zum Spießrutenlauf, da das Pferd noch im Einsatz war und sehr kurzfristig übergeben wurde. Auf der langen Seite wollte dann Tchatch de Bellevue nicht mehr auf seine Führerin hören und Verena musste all ihr Können in die Waagschale werfen, damit die Vorstellung doch noch korrekt beendet werden konnte.

Winterling Clara nahm sich deshalb etwas  mehr Zeit um Ihr fünfjähriges Pferd Skipper Land kennenzulernen. Bei der Vorstellung lief beim letzten Teammitglied wieder alles gut und das gesamte Team konnte sich zurücklehnen und durchatmen. Jetzt wurde von allen Teilnehmern das Ergebnis erwartete. Vorab wurde aber noch der Wettbewerb für das beste Maskottchen durchgeführt. Dafür mussten alle Teams vor der Halle Aufstellung nehmen und dann mit ihren Maskottchen in die Halle einziehen. Jedes Stutbuch wurde eigens aufgerufen und begrüßt. Nachdem alle Teams in einem großen Halbkreis Aufstellung genommen haben wurde die Maskottchen kurz vorgestellt. Dabei war der Phantasie der Jugendlichen keine Grenzen gesetzt worden. So parodierten die Hannoveraner den Jungzüchterwettbewerb, die Engländer machten eine Teepartie, die Amerikaner und Kanadier zeigten einen Line Dance, Österreich stellte Mozart klassisch und rockig vor. Diesen Bewerb verdient gewonnen haben aber die Slowenen, welche mit einem weißen Pferd und einem schwarzen Fohlen eine sehr schöne Vorstellung zeigten. Ihr Maskottchen war auch alle Tage immer wieder präsent. Neben den bereits erwähnten Stutbüchern waren die Westfahlen, Baden Württemberger, Sachsen-Thüringen, Bayern, Trakehner, Niederländer, Iren, Schweden, Dänen, Engländer und natürlich die Gastgeber Frankreich auf dieser Weltmeisterschaft vertreten.

Da die Vorstellung der Maskottchen etwas länger gegangen ist wurde die von allen erwartete Preisverteilung verschoben, damit das Abendessen eingenommen werden konnte. Die Franzosen luden zu einem Barbecue ein.

Um 22 Uhr 30 nahmen alle Teilnehmer wieder Aufstellung in einem großen Halbkreis vor dem Trophäentisch. Begonnen wurde mit dem Juniorteam Vorbereitung eines Pferdes für die Präsentation. Als Österreich aufgerufen wurden erfolgte ein sechstimmiger Aufschrei und die vier Mädchen mit ihren Trainerinnen stürmten in die Mitte und nahmen den Preis in Empfang. Es ging weiter mit den besten Einzelerfolgen und wieder wurde das Österreichische Warmblutstutbuch die Teilnehmerin Winterling Clara aufgerufen als beste Beurteilerin zusammen mit Scarlet Wiederdink, einem Niederländischen Mädchen. Leider wurden bei den einzelnen Teams und den Stutbüchern nur die Sieger und zweitplatzierten bekannt gegeben so erfuhren wir erst am nächsten Tag, dass unser Team zumindest vorletzter wurde.

So gesehen eine erfolgreiche Weltmeisterschaft bei der ersten Teilnahme und an dieser Stelle gebührt dem Direktor Prof. DI Franz Jandrisits ein besonderer Dank für die Unterstützung finanzieller, zeitlicher und persönlicher Seite, auch den Lehrerinnen der LWFS Güssing Dr. Karaskova Dana, Ing. Maria Temmel und Fl. Susanne Schmidt für die sehr gute Vorbereitung der Mädchen und auch dem Fahrer und guten Geist der Truppe Günter Gasper. Dank auch der ZAP für die finanzielle und ideelle Unterstützung. Ein ganz besonderer Dank aber an die vier Jugendlichen, welche einige Zeit in die Vorbereitung zu dieser Weltmeisterschaft steckten und sich während dem Bewerb nicht aus der Ruhe bringen ließen.

In zwei Jahren wartet Schweden auf die Jungzüchter aus der ganzen Welt. Ein Grund mehr die Arbeit in den Ländern nicht versiegen zu lassen sondern mit neuem Elan weiter zu machen.

Der Teamleiter

Ing. Schröcker Gerhard